CES 2020 – zwischen Konzepten und Hirngespinsten

Ich gebe zu es ist oftmals ein schmaler Grat zwischen einem Konzept und einem Hirngespinst. Bei meinem Besuch auf der CES 2020 in Las Vegas hatte ich die Gelegenheit einen Blick auf einige der Vorstellungen von Automobilkonzernen zu werfen. Dabei ist mir die oben genannte Unterteilung in einigen Fällen nicht so schwergefallen.

In diesem Podcast schaue ich mir folgende Paarungen an:

Mercedes Vision AVTR <-> BMW i3 Urban Suite / Interaction EASE

Lufttaxis: Hyundai/Uber <-> Bell

Sony Vision S Fahrzeug – Bosch Virtual Visor

In den Shownotes gibt es wie immer mehr Bilder und Infos:

Mercedes – Ist das Kunst oder kann das Weg?

Mercedes nutzt die CES 2020 um den Vision AVTR vorzustellen. Dabei hat sich das „Konzeptauto“ an dem Film Avatar orientiert und wurde auch in Zusammenarbeit u.a. mit James Cameron designt.

Es fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer in dem Zusammenhang von dem Vision AVTR überhaupt von einem Konzept zu sprechen. Ich glaube kein einziges der gezeigten Highlights des Wagens wird es in absehbarer Zeit in irgendein Auto schaffen.

Wenn ich mir die verschiedenen Features des Wagens anschaue, dann habe ich fast schon Schwierigkeiten mich festzulegen welches ich am unrealistischen Finde.

Meine Top 3 Kandidaten sind:

1.  Organische Batterietechnologie aus recycelbaren Materialien

2. Die sphärischen Reifen

3. Die Bionic Flaps auf dem Heck des Autos.

Für mich ist der Vision AVTR eher eine gigantische Werbemaßnahme als ein Messeexponat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn wir ein paar angehende Ingenieurs Studenten und Designer für zwei Wochen in einem Raum zum Brainstormen einschließen, kommt ohne weiteres ein vergleichbares Konzept dabei heraus.

BMW – mehr als nur Konzepte

Zu dem was BMW auf der CES gezeigt hat, habe ich einen ausführlichen Artikel auf Mobilegeeks gepostet. Mein Fazit fasst sich wie folgt zusammen.

Die Teilnahme als Aussteller auf der CES zeigt, dass man bei BMW nicht nur an das reine Bauen von Autos denkt, sondern auch aktiv an Technologien die auch andere Mobilitätsbereiche betreffen entwickelt.

Das Motto von BMW ist „Act like a start-up – deliver like a grown-up”. Der iNEXT wird wahrscheinlich das erste Fahrzeug eines Premiumherstellers sein, bei dem die 5G-Technologie bereits an Bord ist. Das Verbauen eines 5G-Modems ist wahrscheinlich an sich keine besondere Herausforderung, sondern die sinnvolle Integration und Nutzung der Möglichkeiten macht den Unterschied.

Die neue Generation der Telematik-Komponente mit 5G-Technologie wird in Zusammenarbeit mit HARMAN Samsung entwickelt und von der BMW Group selbst in die neue Bordnetzarchitektur integriert. Gerade im Bereich autonomes Fahren und Sicherheit wird 5G auch noch mal weitere Vorteile bieten, die wir in einem separaten Artikel noch mal betrachten.

Gut gefällt mir, dass man bei den von BMW gezeigten Technologien davon ausgehen kann, dass diese auch in einer absehbaren Zeit tatsächlich auf die Straße kommen, oder wie im Fall von der BMW i3 Urban Suite schon fahren.

Damit ist man definitiv schon einen kleinen, aber wie ich finde entscheidenden Schritt weiter, als einfach nur ein futuristisches aber unrealistisches Konzeptfahrzeug zu zeigen.

Den vollen Artikel gibt es hier zu lesen

In dem Podcast erwähne ich auch noch meinen Artikel und das Video zu der Gestensteuerung im BMW. Beides findet man in diesem Artikel zu BMW Connected auf Mobilegeeks

Lufttaxi: Hyundai VS Bell

Sowohl Hyundai wie auch Bell zeigen ihre Konzepte von Lufttaxis. Hyundai stellt primär Autos her und Bell vorallem Helikopter. Fragt euch selbst wem ihr es eher zutraut ein Flugtaxi in die Luft zu bekommen?

Dementsprechend glaube ich war das bei Hyundai eine ähnliche Aktion wie bei Mercedes. Man hatte einfach das Ziel maximale Aufmerksamkeit zu erreichen. Während der Stand bei Hyundai überfüllt war, hatte man bei Bell eher Platz.

Ich weiß nicht woran es liegt, dass die Menschen sich eher an den unrealistischen Exponaten die Nase plattdrücken.

Sony VS Bosch

Die größte Überraschung der CES war für viele die Tatsache, dass Sony ein eigenes elektrisches Konzeptfahrzeug vorgestellt hat.

In meinem Podcast erkläre ich, dass ich nicht wirklich damit rechne das man bei Sony in das Autogeschäft einsteigen möchte. Aber man hat sich auf jeden Fall mal einen starken Eindruck auf der Karte der Hersteller hinterlassen.

Sony zeigt in meinen Augen dieses Jahr die beste Gradwanderung zwischen Konzept und Hirngespinst. Der Vision S kann ganz einfach beide Seiten ein wenig bedienen und daher finde ich ihn sehr spannend.

Im Vergleich dazu ist das was man bei Bosch mit dem Virtual Visor gezeigt hat ganz klar ein Konzept, von dem ich mir wünsche, es möglichst bald in echten Autos verbaut zu sehen.

Bosch erklärt das System wie folgt:

Auch wenn herkömmliche Sonnenblenden Autofahrer vor störendem Gegenlicht schützen, versperren sie – einmal heruntergeklappt – oft auch große Teile des Sichtfeldes. Mit der neuen transparenten und digitalen Sonnenblende, dem Virtual Visor, erfindet Bosch den „Oldie“ neu und revolutioniert damit den Fahrzeuginnenraum. Die klassische Sonnenblende wird dafür durch ein transparentes LCD-Display und eine auf den Fahrer ausgerichtete Kamera ersetzt. Dank intelligenter Algorithmen wird auf dem Display immer nur der Teil verdunkelt, aus dem die Sonne den Fahrer sonst blenden würde. Der Rest des Displays bleibt durchsichtig und der Blick auf die Straße frei.

Der Visor von Bosch so wie die Konzepte von BMW und Bell sind für mich gute Beispiele was ich mir Wünsche auf einer Messe wie der CES zu sehen. Selbst Sony bekommt von mir einen Pass. Wie seht ihr das?

Schreib einen Kommentar

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.