Newsrückblick KW23 (Bosch RIP CarKey – Opel e-Corsa – BMW/JLR Coop – JJ ex VW)

Der Newsrückblick in dieser Woche mit folgenden Themen:

  • Bosch trägt den Autoschlüssel zu Grabe
  • Opel stellt den vollelektrischen e-Corsa vor
  • BMW und Jaguar Land Rover kooperieren bei Elektroantrieben
  • Johann Jungwirth verlässt Volkswagen und warum das tragisch ist

Bosch beerdigt den Autoschlüssel

Bosch hat während der Digitale Kindergarten 2019 Konferenz den Autoschlüssel zu Grabe getragen. Normalerweise sind Beerdigungen ja etwas trauriges aber im Fall des Autoschlüssels hat Bosch den Virtual Key angekündigt, der die alte Weisheit bestätigt, dass

In jedem Abschied steckt ein neuer Anfang

Auf der Seite zu der Pressemittelung von Bosch gab es eine schöne Galerie mit den Highlights des Autoschlüssels

Vorsicht vor Diebstahl
Bei klassischen Keyless-Entry-Systemen steckt der Komfortschlüssel weiterhin in der Hosen-, Anzug- oder Jackentasche. Zum Öffnen der Tür und Starten des Motors kommuniziert er mittels Funk im LF- oder UHF-Frequenzbereich (Low Frequency, Ultra High Frequency) mit dem Auto. Im Wettlauf mit den Dieben entwickelt die Automobilbranche diese Systeme permanent weiter. Das kommt einem Marathon gleich.


Smartphone wird Autoschlüssel

Das schlüssellose Zugangssystem von Bosch funktioniert mit einem virtuellen Schlüssel, der im Smartphone gespeichert ist. Im Auto fest verbaute Sensoren erkennen das Smartphone des Besitzers so sicher wie einen Fingerabdruck und öffnen das Fahrzeug nur für ihn. Ein digitales Schlüsselmanagement verbindet die App und das Fahrzeug über eine Cloud.

Kommentar zur Beerdigung des Autoschlüssels

Ganz ehrlich ich glaube ich werde dem Autoschüssel keine Tränen nachweinen. Schaut man sich die Bilder von der “Beerdigung” an, dann scheint man bei Bosch auch eher froh zu sein.

Wenn man sich einmal an Keyless-Go gewöhnt hat, sieht man den Autoschlüssel eigentlich eh nur noch wenn man ihn mal wieder sucht, weil man ihn verlegt hat.

Eine virtueller Autoschlüssel mit Cloud Anbindung bietet einiges an Möglichkeiten und Vorteilen. Alleine die Möglichkeit den Schlüssel Virtuell mit der Familie zu teilen finde ich schon großartig.

Natürlich drängen sich ein paar Sicherheitsfragen auf, aber ich bin recht zuversichtlich, dass man da bei Bosch ein großen Fokus drauf gelegt haben wird. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass im Vergleich das aktuelle System auf LF und UHF basierende Funksystem auch nicht wirklich sicher ist. Eine App kann man immerhin updaten.

2019 Opel Corsa-e

Opel stellt vollelektrischen e-Corsa vor

Auch hier erst wieder der Ausschnitt aus der Pressemittelung

Opel demokratisiert die Elektromobilität: Erstmals bietet Opel mit der komplett neuen sechsten Corsa-Generation eine rein batterie-elektrische Variante mit 100 kW (136 PS) Leistung und einer Reichweite von bis zu 330 Kilometer (WLTP) an. Der Corsa‑e ist das Volkselektroauto mit dem Blitz und jetzt bereits ab 29.900 Euro bestellbar (UPE inkl. MwSt.). Der Kaufpreis reduziert sich noch jeweils um die regional gültigen Zuschüsse für Elektroautos. Dabei bietet der Corsa-e bereits in der Ausstattung Selection eine Klimaautomatik mit Fernsteuerung, elektrische Parkbremse, das schlüssellose Startsystem sowie das Apple CarPlay und Android Auto kompatible Multimedia Radio mit 7‑Zoll-Farb-Touchscreen. Außerdem gibt es Systeme wie den Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgängererkennung sowie den Spurhalte-Assistenten ohne Aufpreis. Die nächsthöhere Ausstattung Edition kostet ab 30.650 Euro. Kaum noch Kundenwünsche offen lässt dann der ebenfalls ab sofort reservierbare Corsa-e First Edition für 32.900 Euro. Hier sind LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Aluräder, Zweifarblackierung und ein volldigitales Cockpit serienmäßig. Auch die aktuelle Top-of-the-Line-Variante ist ein echtes Volks-Elektroauto und glänzt mit attraktiven Leasingkonditionen: Den Corsa-e First Edition gibt es schon zu einer monatlichen Leasingrate ab 299 Euro. Darüber hinaus bietet die neue Corsa-Generation Sicherheitssysteme, die im Kleinwagensegment führend sind.

Opel hat mit dem Corsa die populärste Baureihe der Marke gewählt, um die Elektromobilität endgültig von ihrem Nischendasein zu befreien. Der Opel Corsa ist ein absoluter Bestseller: Über 13,6 Million Kleinwagen sind seit der Premiere 1982 vom Band gelaufen. Der Corsa hat Millionen Menschen mobil gemacht – jetzt bietet er ihnen den Einstieg in das emissionsfreie Fahren.

Kommentar zum Corsa-e

Mit dem Blitz im Logo ist Opel eigentlich prädestiniert ein Hersteller von Elektro Autos zu sein. Der Coras-e ist nicht der erste Elektroauto von Opel. Aber anders als mit dem Ampera-E zielt man jetzt auf dem Massenmarkt.

Ich bin gespannt auf den Corsa-e und hoffe das ich die Gelegenheit für eine frühe Testfahrt bekomme. Elektroautos sind halt noch teurer als die Verbrenner, aber mit der staatlichen Förderungen könnte das ganze wieder in Perspektive gerückt.

Persönlich halte ich den Corsa-e für ein attraktiveres Modell als zum Beispiel einen viel teureren e-SUV wie ihn andere deutsche Hersteller zur Zeit versuchen auf dem Markt zu platzieren.

BMW und Jaguar Land Rover kooperieren bei Elektroantrieben

Aus der Pressemitteilung:

Jaguar Land Rover und die BMW Gruppe haben heute bestätigt, dass sie ihre Kräfte bündeln, um die nächste Generation von Elektroantrieben (EDUs) zu entwickeln. Die Weiterentwicklung der Elektrifizierungstechnologien ist ein zentraler Bestandteil der Automobilindustrie, um den Übergang zur autonomen, vernetzten, elektrischen und geteilten Mobilität (Autonomous, Connected, Electrified and Shared) zu unterstützen.

Die strategische Zusammenarbeit wird auf dem umfangreichen Wissen und der Expertise aufbauen, die beide Unternehmen im Bereich der Elektrifizierung mitbringen. Jaguar Land Rover hat mit der Markteinführung des Jaguar I-PACE als weltweit erstes batterieelektrisches SUV und Weltauto des Jahres 2019 sowie von Plug-in Hybriden sein führendes technisches Know-how unter Beweis gestellt. Die BMW Gruppe bringt seit der Markteinführung des BMW i3 im Jahr 2013 umfangreiche Erfahrungen in der Eigenentwicklung und Herstellung von mehreren Generationen von Elektroantrieben mit.

Nick Rogers, Vorstand Technik von Jaguar Land Rover, sagt: „Der Übergang zu ACES ist der größte technologische Wandel in der Automobilindustrie seit Generationen. Das Tempo des Wandels und das Interesse der Verbraucher an Elektrofahrzeugen gewinnt zunehmend an Dynamik. Wir müssen branchenweit zusammenarbeiten, um die Technologien weiterzuentwickeln, die für diese aufregende Zukunft erforderlich sind. Wir haben bewiesen, dass wir herausragende Elektroautos bauen können, aber wir müssen jetzt die Technologie skalieren, um die nächste Generation von Jaguar- und Land Rover-Modellen zu entwickeln. Aus den Gesprächen mit der BMW Gruppe wurde ersichtlich, dass sich die Anforderungen beider Unternehmen an EDUs der nächsten Generation zur Unterstützung dieses Übergangs erheblich überschneiden, was eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit ermöglicht. “
 

Durch die Vereinbarung können beide Unternehmen die Effizienzvorteile aus gemeinsamer Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsplanung sowie Skaleneffekte aus der gemeinsamen Beschaffung in der gesamten Lieferkette nutzen.

Ein Team von Jaguar Land Rover- und Experten der BMW Gruppe werden die EDUs entwickeln und beide Partner werden die Systeme so konstruieren, dass sie den jeweils erforderlichen spezifischen Eigenschaften der verschiedenen Modellpaletten entsprechen.

Die EDUs werden von jedem Partner in eigenen Produktionsstätten hergestellt. Für Jaguar Land Rover ist dies das in Wolverhampton ansässige Engine Manufacturing Center (EMC), das Anfang des Jahres für die weltweite Produktion von EDUs bestätigt wurde. Das Werk mit 1600 Mitarbeitern wird das Zentrum für die Herstellung von Antrieben sein und volle Flexibilität hinsichtlich der Fertigung von sauberen Ingenium-Benzin- und Dieselmotoren und elektrischen Antrieben bieten. Ergänzt wird das EMC durch das kürzlich angekündigte Batterie-Montage Zentrum in Hams Hall bei Birmingham, das elektrifizierte Antriebssysteme für die weltweiten Produktionsstätten von Jaguar Land Rover liefert.

Kommentar zur Kooperation zwischen BMW und Jaguar

Im Podcast erkläre ich ja bereits warum ich die Kooperation für spannend halte. BMW und Jaguar sind beides unternehmen die für mich persönlich ein wenig verkannte Helden im Bereich der Elektromobilität sind.

BMW hat bereits mit Elektroautos ernst gemacht während andere Hersteller damit beschäftigt waren die Steuergeräte Ihrer Dieselfahrzeuge zu frisieren. Und Jaguar hat innerhalb von kürzester Zeit mit dem I-Pace einen Elektrowagen entwickelt und auf die Straße gebracht während andere Hersteller gerade mal halbherzig ihre Elektroautos angekündigt haben.

Beide Hersteller sind – so liest man zumindest – ein wenig unter Bedrängnis zur Zeit, ich persönlich hoffe messe aber beiden sehr gute Chancen zu noch einige Leute zu überraschen. Den beide Unternehmen sind aus meiner perspektive zumindest Hochinnovativ.

Getreu dem Motto: Wer Zuletzt lacht, lacht am besten.

Johann Jungwirth verlässt Volkswagen und warum das tragisch ist

JJ wer? Den meisten wird der Name Johan Jungwirth wahrscheinlich nichts sagen. Ich hatte das Vergnügen ihn auf der CES2018 kennenzulernen und mich länger mit Ihm zu unterhalten.

Ausführlich habe ich das ganze auf einem Blog Beitrag bei Mobilegeeks zusammengefasst.

Einen kleinen Teil des Artikels möchte ich hier zitieren:

Für mich war das Event eine erfrischende Abwechslung zu vielen Autoevents. Insbesondere JJ ist mir nicht wie ein typischer Automanager vorgekommen, sondern wie jemand, der den Startup- bzw. Unternehmer-Geist wirklich lebt. Ich werde die Partnerschaft von Volkswagen und Aurora auf jeden Fall aufmerksam verfolgen. Denn anders als eingangs erwähnt habe ich bei dieser Kooperation ein gutes Gefühl, gepaart mit einer ordentlichen Portion Neugier auf das, was daraus wird.

Tja mit dem Wechsel an der Spitze von VW hat sich die Dynamik leider ein wenig zu Ungunsten von JJ und seinem Ansatz verschoben. Natürlich wird man bei VW weiter auf das Thema autonomes Fahren etc. setzen, aber in Eigenregie.

Persönlich finde ich es schade, dass JJ VW verlassen hat. Das ganze hat sich ja bereits letztes Jahr schon abgezeichnet.

Jetzt wird VW zeigen müssen, dass deutsche Ingenieurstugend die Herausforderungen um die Mobilität der Zukunft mit dem Pioniergeist des Silicon Valley mithalten kann.

Persönlich hatte mir der Ansatz gefallen, einfach beides parallel zu machen sehr gut gefallen, ein so großer Konzern wie VW könnte sich ein wenig mehr Mut gut leisten. Wir werden sehen wie es weitergeht.

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